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DKV Euro Service: News und Presse

03.05.2019 zurück Pressemitteilung

„Wir spielen nicht mit dem Vertrauen unserer Kunden“

Labortests, Feldtests, Zertifizierungen, formelle Zustimmungen der Verkehrsbehörden und -ministerien, vorbestellbar, bestellbar, lieferbar – der europäische Mautmarkt ist in Bewegung wie seit Jahren nicht. Aber wenn es um europaweit einsetzbare Mautboxen (EETS-Boxen) geht, herrscht großer Klärungsbedarf, wann das Produkt verbindlich funktioniert. Jürgen Steinmeyer (Director Toll beim DKV Euro Service) erklärt, worauf Transporteure achten sollten.

Herr Steinmeyer, wenn eine EETS-Box in einem Land funktioniert, kann ich sie in meinem Fahrzeug einbauen, losfahren und die Maut wird korrekt abgerechnet und auf meiner Rechnung korrekt ausgewiesen, oder?

Ja und nein. Wenn ein Anbieter behauptet, dass seine EETS-Box in diesem oder jenem Land funktioniert, kann das auch bedeuten, dass sein Produkt dieses Land und sein Mautsystem technisch abdecken kann oder im bisherigen Verlauf eines Feldtests erfolgreich war.

Wie kann ich als Transporteur sicherstellen, dass die Box, die ich bestellt habe, zum Zeitpunkt X auch wirklich verbindlich funktioniert?

Zunächst einmal sollte der Mautdienstleister als EETS-Provider zertifiziert sein oder die Box von einem EETS-Provider beziehen. Der DKV EURO SERVICE bezieht die DKV BOX EUROPE von der Toll4Europe GmbH, die als EETS-Provider zertifiziert ist. Was die Box selbst angeht, so muss sie ebenfalls zertifiziert sein. Die Verfahren dazu sind von Land zu Land unterschiedlich. In Deutschland beispielsweise durchläuft die Box einen Labortest, anschließend einen Feldtest. Danach wird ein Bericht durch das Bundesamt für den Güterverkehr über die Zertifizierung erstellt und die Box durch eine Zulassungsvereinbarung mit dem BAG für den Einsatz auf deutschen Straßen zugelassen. Ganz ähnlich verhält es sich in Belgien. Als seriöser EETS-Anbieter geben wir hier jederzeit bereitwillig Auskunft über den Status der Zertifizierungen für unsere Box. Schließlich geht es um die Versorgungssicherheit des Kunden und der verliert sehr schnell das Vertrauen, wenn seine Box nicht funktioniert.

Wie erklären Sie sich, dass im Markt trotzdem so große Unsicherheit herrscht?

Nachdem das Thema EETS inzwischen richtig Fahrt aufgenommen hat, kommen immer neue Player in den Markt. In der Kommunikation scheint es darum zu gehen, möglichst schnell möglichst viele Länder abzudecken, um den Kundenfokus auf sich zu lenken. Häufig liegen jedoch die erforderlichen Zertifizierungen noch nicht vor, die Box kann nicht verwendet werden. Aus meiner Sicht ist das kein bisschen zielführend, da ich das Vertrauen eines Kunden verliere, wenn seine Box nicht funktioniert oder diese nicht rechtzeitig bei ihm ist. Auch eine transparente Abrechnung muss sichergestellt sein sowie Zusatzservices wie die Darstellung der Passagen im DKV eReporting. Auch die Notfallprozesse spielen eine bedeutende Rolle. Das heißt: Was tut der Kunde, wenn die EETS-OBU mal nicht richtig funktioniert. Wir spielen hier nicht mit dem Vertrauen unserer Kunden. Ich bin überzeugt, dass hier eine seriöse und glaubwürdige Kommunikation mit unseren Kunden und Interessenten der einzige Weg ist. Wir müssen nicht die ersten im Markt sein. Aber wir müssen unseren Kunden Qualität anbieten, die verbindlich funktioniert.

Wie steht es um die DKV BOX EUROPE? Welche Länder wird sie abdecken?

Wir befinden uns mit der DKV BOX EUROPE voll im Zeitplan. In diesem Jahr werden die Mauten für Belgien, Deutschland, Österreich, Frankreich, Spanien und Portugal verfügbar sein. Die Box wird ab Mai für alle Länder bestellbar sein. Details zum Bestellprozess und zur Auslieferung erhalten unsere Kunden bei Ihrer Niederlassung.

Herr Steinmeyer, vielen Dank für das Gespräch.